Geschichte
Hätten Sie’s gewusst?
Am 24. Mai 1924 wurde das 1.Theatermuseum Kiel im Warleberger
Hof eröffnet.
Seit mindestens 1912 hatte Prof. Eugen Wolff, Gründer
und Direktor des Königlich-Literaturwissenschaftlichen
Seminars, an einer theatergeschichtlichen Sammlung gearbeitet.
Geplant war der Aufbau eines großen, alle Themen der
Theatergeschichte umfassenden Museums.
1920 erwarb Prof. Wolff die Theatersammlung
des "Deutschen Theatermuseum" in Stuttgart und 1925
wurden Teile des Familiennachlasses Hebbels von der Stadt
Kiel angekauft.
Die 20er Jahre waren die Blütezeit des
Theatermuseums und der Theaterwissenschaft in Kiel. Zur Sammlung
gehörten Grafiken, Figurinen, Schriften, Autografen,
Bühnenbildentwürfe und Bühnenbildmodelle.
1928 starb Prof. Wolff. Sein Nachfolger wurde
Wolfgang Liepe, der nach 1933 emigrieren musste. Die Arbeit
brach ab.
Nach dem Ende des Nationalsozialismus war
viel verloren; die Reste der Sammlung blieben zwar Bestandteil
der Universität und des Literaturwissenschaftlichen Instituts,
aber ein Lehrstuhl für Theaterwissenschaften wurde nicht
eingerichtet.
1952 konnte das zweite Kieler Theatermuseum mit einem Grundstock
wiedereröffnet werden. Es kamen neue Objekte hinzu, so
zum Beispiel Fotografien der Theaterfotografin Erika Haendler-Krah
und Bühnenbildentwürfe von Gottfried Pilz in den
70er Jahren.
Das Museum verschwand und wurde ein Archiv.
Bis heute hat die Theatergeschichtliche Sammlung der Universität
Kiel keinen angemessenen Platz gefunden und viele wichtige
Ausstellungsstücke können der Öffentlichkeit
nicht zugänglich gemacht werden, wie z.B.
• Bühnenbildentwürfe Schinkels
und des Theatermachers Döll zur Uraufführung von
Wagner-Opern am Königlich-Bayerischen Opernhaus zu München
• Zeitgenössische Fotografien des Deutschen Theaters
Berlin (Geschenk Max Reinhardts)
• Hans Holtorfs Mappenwerke zu Shakespeare-Komödien
• Bühnenbildentwürfe Caspar Nehers zu Brechts
Komödie "Mann ist Mann"
• Regiebücher (Oper und Schauspiel), Bühnenbilder
und Figurinen
Neben der Theatergeschichtlichen Sammlung
ist ein weiterer wichtiger Baustein der Nachlass der Theaterfotografin
Erika Haendler-Krah, einer der Schätze im Kieler Stadtarchiv.
Mit diesem Material lassen sich mehr als 25 Jahre Kieler Theatergeschichte
fotografisch dokumentieren. Ihr Nachfolger Joachim Thode hat
weitere 25 Jahre die Kieler Bühnen fotografisch begleitet,
so dass die gesamte Nachkriegsgeschichte des Kieler Stadttheaters
dokumentiert ist.
Zusätzlich existieren weitere wichtige Dokumente und
Exponate im Archiv der Bühnen der Landeshauptstadt Kiel,
in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek und im Archiv
des Theatermuseums Kiel.
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